Geschichte Kirche Engeltal

Unsere Evangelische Kirche Engeltal ein Kleinod

 

Die kirchlichen Geschicke der Evangelischen Kirchengemeinde Hallwangen waren in früherer Zeit eng verknüpft mit dem ehemaligen Nonnenkloster Engeltal. Neben dem Frauenkloster, das 1292 zum ersten Mal urkundlich erwähnt ist, stand in vorreformatorischer Zeit eine Kapelle. Seelsorgerlich wurde die Gemeinde von Dornstetten betreut. Taufen, Trauungen, Abendmahl gab es nur in der Mutterkirche, auch die Toten wurden dort bestattet. Die Dorfbewohner hatten jedoch die Gelegenheit, einige wenige Gottesdienste und Messen im Dorf zu besuchen.

 

Das Kloster Engeltal

Ist nach Pfaffs Klosterregesten von dem Ritter Hans von Weitingen gestiftet worden. 1292 werden die „Frauen vom Engeltal“, als des „Predigers Orden“ oder „Sanct Dominikus Orden“ erwähnt. Die Klosterkirche war der Pfarrkirche in Dornstetten zugeteilt. Bereits 1328 verlieh Graf Heinrich II. von Fürstenberg dem Kloster Engeltal das Recht auf eine eigene Begräbnisstätte und einen eigenen Priester, zur Annahme von Schenkungen und Stiftungen und Befreiung aller Zehnten. 1527 ist das Kloster „gar ausgestorben“. 1534 wurde die Reformation eingeführt. 1552 wurde das baufällige Kloster von Herzog Christoph zum Neubau des Rathauses in Dornstetten freigegeben, da in Dornstetten immer wieder verheerende Brände die Häuser zerstörten.

 

Neubau der Kirche 1630 mitten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648),

da die Kapelle baufällig und abgetragen werden musste. Hochachtung vor den wenigen Einwohnern (1643: 40 Einwohner) welche die Kirche mit einigen gotischen Fenstern und zwei Renaissance-Portalen neu erbauten. Es ist die noch heute genutzte mehrfach renovierte evangelische Kirche Engeltal. Anstelle eines Kirchturmes trägt die kleine Kirche einen Dachreiter mit Uhr nach Westen und Schalllöcher nach Norden und Süden. Eine Messingkugel mit Urkunden und ein

Kreuz mit Hahn ziert die Spitze.

Südlich stößt an die kleine schlichte Kirche eine Mauer mit einem Bogenportal, wohl der letzte Rest vom einstigen Kloster Engeltal, welches in den „alten Friedhof“ führt. 1966 wurde dieser als Gedenkstätte für die Kriegsopfer angelegt.

 

Von der weiteren Kapelle auf dem Bußbuckel, unterhalb des jetzigen Hallwanger Friedhofs ist nichts mehr zu sehen oder erhalten. Der letzte Zeuge dieser Kapelle ist ihr schlichter Taufstein, der vor ungefähr 200 Jahren an diesem Platz ausgegraben wurde. Er erfüllt seine Aufgabe bis heute in der Kirche von Herzogsweiler.

 

Als im Winter 1581/82 zwei Filialkinder auf dem Weg nach Dornstetten zur Taufe erfroren, die Analphabeten sich vermehrten und das Fernbleiben der Jugendlichen und Betagten von der Kirche besonders augenfällig wurde, erfüllte sich 1583 ein jahrzehntelanger Wunsch der Hallwanger nach besserer seelsorgerlicher Betreuung.

 

Ab 1583 ist Grüntal die Mutterkirche für das Kirchspiel

Der damalige württembergische Herzog Ludwig löste am 17. Oktober 1583 die Orte Aach, Wittlensweiler, Unter-Musbach (Obermusbach war katholisches Baden), Frutenhof, Hallwangen und Grüntal von Dornstetten und vereinte sie zum Kirchspiel Grüntal. Für die Wahl Grüntals als Sitz des Pfarrers war allein seine zentrale Lage ausschlaggebend. Abraham Schauber, bis dato Subdiakon an der Dornstetter Martinskirche, wurde zum ersten Pfarrer von Grüntal berufen. Er gründete 1584 auch die Volksschule als zentral erreichbarer Mittelpunkt für alle Kirchspielsgemeinden in Grüntal.

(Bis etwa 1750 nur als Winterschule, um notdürftig lesen, schreiben,  rechnen und den Katechismus zu lernen. Im Sommer wurde in der Land- und Forstwirtschaft gearbeitet, auch die Kinder.) Oft war der Mesner der Lehrer, konnte er ein Wort nicht entziffern, gab er den Rat: „Überhupf d’r Deifel!“

 

Für das ganze Kirchspiel war die Johanneskirche in Grüntal zu klein. Also erweiterte der vielbegabte herzogliche Baumeister Heinrich Schickhardt 1592 die „Kirche in Gröndel“, seine erste Kirche.

Die Evangelische Kirchengemeinde gehörte fast 400 Jahre zur Mutterkirche Grüntal.

 

Die Kirche –  Gottes Haus im Schnittpunkt zwischen Himmel und Erde,

als Stätte, an der Menschen Gott nahe sein, ihm begegnen können, in der sie seine Größe feiern, von ihm und seinen Taten sprechen und durch das Gebet gestärkt werden. Die Kirche möchte auch Symbol sein, für den Weg zu Gott.

 

 

Das Renaissanceportal auf der Westseite der Kirche Engeltal Hallwangen erhielt 1968 einen Kupferbeschlag entworfen von dem Künstler Jürgen Brodwolf. Wir sehen einen Engel (Michael) mit Langschwert und einen Engel (Gabriel) mit einer Lanze auf ein siebenköpfiges Ungeheuer einstürmen. Der Darstellung zugrunde liegt Offenbarung 12, 3 – 11. Die Engel und die Fratzen über dem Haupt- und Seitenportal möchten gleichsam das Böse, Diabolische von der Stätte der Andacht verscheuchen. Engel, als Gottes Botenmächte weisen stets über sich hinaus auf ihren himmlischen Auftraggeber.

 

Die allegorischen Türgriffe haben die Form einer aufwärts fliegenden Taube. Die Taube aber ist das Bild für den Heiligen Geist, der der Welt verkündet, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist (Johannes 16, 8 – 11). EG 143, 1 – 8: Heut singt die liebe Christenheit, Gott Lob und Dank in Ewigkeit für seine Engelscharen, die uns in Angst, Not und Gefahr auf viele Weisen wunderbar behüten und bewahren.

 

 

Der Weg zum Licht

Nicht nur für den Standort des Altars, sondern auch in anderen Bereichen des Kirchenbaus spielt das Licht eine bedeutende Rolle. Licht bedeutet Helligkeit und Verdrängung der Finsternis. Es bedeutet Wärme und Lebenskraft. Licht und Wärme sind von Anbeginn an Grundbedürfnisse des Menschen. Gott schuf zuerst das Licht, lesen wir im Schöpfungsbericht des Alten Testaments. Damit steht der christliche Glaube im Einklang mit den Mythen vieler Völker, in denen Licht mit Leben und Finsternis mit Tod gleichgesetzt werden.

Im Neuen Testament heißt es von Jesus im Evangelium des Johannes: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“. (Joh. 8, 12)

Im christlichen Glauben steht Licht für Leben. Nicht nur für irdisches Leben, sondern für ein Leben nach dem Tode, für das ewige Leben der Erlösten.

 Auf ihrem Gang durch die Kirche durchschreiten Gläubige symbolisch diesen Weg. Durch das Westportal betreten sie das Gotteshaus, gehen durch das Kirchenschiff auf den Altar im lichtdurchfluteten Chor zu.

 

 

Altar, Taufstein und Kanzel sind Orte gottesdienstlicher Handlungen

 

Blick zum Altar

Unter dem spitzbogigen Triumpfbogen seht der kleine Tisch des Herrn mit dem Altarkreuz und den beiden Kerzen, die zum Gottesdienst entzündet sind. Dann bezeugen sie, dass Gott im verkündigten Wort und im sich vollziehenden Sakrament gegenwärtig ist, dass sein Angesicht leuchtet über der zu seiner Ehre versammelten Gemeinde.

 

Das Altarkreuz

Mit diesem Kreuz vergegenwärtigt sich die Gemeinde, worauf sich ihr Heil gründet: auf Jesu Opfertod am Marterholz „zu einer Erlösung für viele“, büßend für die Sünden von Menschen wie du und ich, durch ganze Hingabe seines jungen, verheißungsvollen Lebens. In barockem Empfinden ist Jesu Haupt geziert von goldenen Strahlenbüscheln, ähnlich so manchen Darstellungen aus derselben Entstehungszeit. Sie sollen wohl Jesu überragenden, heiligen, gehorsamen Geist bezeugen, der ihn bis zum letzten Atemzug beseelte.

 

Darunter sehen wir die stets offen liegende Altarbibel, denn als Kirche des Wortes ist uns das Wort der Bibel der Bibel stets gegenwärtig, unantastbar und höchste Autorität.

 

 

Der Taufstein

Der Taufstein beeindruckt durch seine Schlichtheit. Er ist kunstvoll aus Stein gehauen und erinnert sinnbildlich an den Fels, aus dem Mose einst im Auftrag Gottes Wasser geschlagen hat (2. Mose 17, 1 – 7). Der Taufstein mit dem achteckigen Grundriss erinnert an die heilige Zahl Acht und das neugeschenkte Leben nach der Taufe und an die Auferstehung. Oder auch sieben Kanten für jeden Wochentag, die achte Kante für die Herrlichkeit Gottes. Die Acht steht für die Auferstehung und Vollendung. Sie symbolisierte die geistige Wiederkehr nach der Taufe und den Neuen Bund.

Der Taufstein muss sehr alt sein, denn er zeigt noch ein großes, tiefes Becken, in welchem kleine Kinder Platz haben. Früher wurden die kleinen Täuflinge im Wasser ganz untergetaucht, um sinnbildlich als „neuer Mensch“ von Gott angenommen zu werden. (Taufe im Jordan). Die große Vertiefung ist jedoch mit einer Kupferplatte abgedeckt und wurde durch eine kleine Schale mit Wasserkanne ersetzt. Wegen seines hohen Alters ist anzunehmen, dass der Taufstein aus der ehemals am gleichen Platz befindlichen Kapelle des Klosters Engeltal stammt.

 

 

Die Kanzel

In den Türsturz über der Kanzeltreppe ist nach der Version des griechischen Alten Testaments (Septuaginta) der Psalm 116,10 eingraviert: „Ich glaube, darum rede ich.“ Vermutlich war die Hallwanger Kanzel früher links angebracht, von dem Westportal aus gesehen, da die Schrift in die Mauer hineinragt.

 

 

Das Fenster im Chor

Ein besonderer Schmuck unserer Kirche Engeltal ist das von Kunstmaler Walter Kohler, Stuttgart, entworfene Fenster im Chor. Es wurde 1930 von der Stuttgarter Firma Jahn und Gaiser angefertigt und eingebaut.

In sechs Motiven wird uns die Lebensgeschichte Jesu vor Augen gemalt unter der Überschrift: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende – Offenbarung des Johannes 21, 6 und 22, 14. A und O sind der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabetes. So, wie diese beiden Buchstaben das Alphabet einrahmen, so umfasst Jesus Christus das Leben der Menschen vom Anfang bis zum Ende.

 

Unten links:  Die Geburt Jesu – Lukas 2, 1 -20.

Wir sehen Joseph und Maria, in der Mitte das Jesuskind, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend; „bestaunt von den Tieren im Stall, Ochs und Esel“ (eine außerbiblische Zutat).

 

Unten rechts: Der zwölfjährige Jesus im Tempel – Lukas 2, 41 – 52.

Wir sehen den zwölfjährigen Jesus mit der Bibel in der Hand (die es damals noch gar nicht gab, sondern nur Schriftrollen), neben sich drei staunende Schriftgelehrte, die mit Jesus im eifrigen Gespräch sind. Links im Hintergrund die suchenden und entsetzten Eltern, Maria und Joseph.

 

Mitte links: Jesus zu Gast bei Maria und Martha – Lukas 10, 38 – 42.

Wir sehen rechts die beschäftigte Martha mit einem Kochtopf in den Händen (Das ist die „Schaffkirche“). Links zu Jesu Füßen Maria als stille Zuhörerin (Das ist die Hörkirche).. In der Mitte Jesus im Gespräch mit der protestierenden Martha.  Beide braucht man, die Martha und die Maria! Bete und arbeite, ora et labora!

 

Mitte rechts: Der sinkende Petrus – Matthäus 14, 22 -33.

Im Vordergrund rechts sehen wir Jesus, der die hilfesuchende Hand des sinkenden Petrus ergreift. Im Hintergrund das Boot mit den Jüngern.

 

Oben links: Der gekreuzigte Christus - Johannes 19,17-30.

Oben im Bild die Anklageschrift: INRI – Jesus von Nazareth, König der Juden. Unter dem Kreuz: Links ein Hohepriester, der verärgert auf die Tafel deutet, rechts der Jünger Johannes, Maria, Jesu Mutter, zu sich nehmend.

 

Oben rechts: Der auferstandene Christus – Matthäus 28,4.

Links unten die erschrockenen Grabeswächter. Einen zeugen des Auferstehungsvorganges gibt es nicht, wohl aber Erfahrungen mit dem Auferstandenen. Darum ist dies Bild nur der Versuch einer Deutung: Christus tritt aus  der Dunkelheit des Todes in das Licht des Lebens. In der Hand hält er den Regentenstab und das Siegesbanner.

EG 375, 1-3: Dass Jesus siegt…

 

Alle weiteren Fenster in der schlichten Kirche haben verschiedene Ornamente.

Maßwerk, meist im Bogenfenster gotischer Fenster auftretende, mit dem Zirkel konstruierte, in Stein gehauene gotische Ornamente wie u.a. Kleeblatt, Herz, Fischblase, Drei- oder Vierpaß.

Das Licht ist ein tief verwurzeltes Symbol der christlichen Kunst. Mit Hilfe von Licht wird Göttliches (Gutes) dargestellt. Deshalb ist das Fenster im Chor fast immer Richtung Osten ausgerichtet, wo die Sonne aufgeht.

 

Liturgische Farben im Kirchenjahr

Die Behänge = Paramente an Kanzel und Altar treten paarweise in verschiedenen Grundfarben violett, weiß, rot, grün und gelegentlich schwarz auf.

Die verschiedenen Farben möchten auf das Kirchenjahr aufmerksam machen, beginnend mit den Adventssonntagen und am Ewigkeitssonntag endend.

Paramente sind alle im Gottesdienst verwendeten Textilien. Das Wort stammt aus dem Lateinischen von parare = bereiten, sich rüsten  und der Nachsilbe –ment, die das Mittel bezeichnet. Denn der Gottesdienst ist ein Fest zur Ehre Gottes. Mit den Paramenten, aber auch mit „Sonntagskleidung“ wird auf diesen festlichen Charakter hingewiesen.

Das violette Parament (violett: Buße und Trauer; Fastenzeiten vor Weihnachten und Ostern)

weist mit seiner Grundfarbe auf den Beginn des Herrenjahres hin, das ja am 1. Advent beginnt und als Bußzeit an Weihnachten endet. Außerdem wird es gezeigt in der Passionszeit und am Buß- und Bettag.

 

Weiße Paramente gelten als Inbegriff des Lichts, als Farbe der Verklärung und der Offenbarung. Weiß ist die Christusfarbe für Christusfeste: Weihnachten, Epiphanias Ostern, Himmelfahrt und Trinitatis.

 

Rote Paramente erinnern an die Feuerzungen der pfingstlichen Geistausgießung und an das Blut der Märtyrer. Rot gilt für die Feste der Kirche: Pfingsten, Reformationsfest, Konfirmation (welche übrigens 1722 in Württemberg eingeführt wurde).

 

Grüne Paramente

Die grüne Farbe ist die Liturgische, das heißt,  die der Feier dienende Farbe für das übrige Kirchenjahr Epiphaniaszeit, Trinitatiszeit, Erntedankfest.

 

Schwarze Paramente

Für Karfreitag, bzw. werden hier in unserer Kirche keine Paramente aufgehängt, Kanzel und Altar bleiben schmucklos als Zeichen der Trauer.

 

Liturgische Gewänder,

in den christlichen Kirchen die verschiedenen Teile der gottesdienstlichen Bekleidung. Der schwarze Talar mit Beffchen, Passe und auf dem Kopf das Barett, als Amtstracht evangelischer Geistlicher geht auf die Festtagskleidung der Reformatoren (Kutte und weltliche Schaube) zurück. Sie folgten der alten, vorkatholischen Tradition Gottesdienst in den besten Kleidern zu feiern.

 

 

Die Orgel

Im Jahr 1868 erstand die Kirchengemeinde Hallwangen die erste Orgel aus der Dornstetter Kirche um 200 Gulden. Sie stand vor dem Chor links neben dem Taufstein. 40 Jahre später wurde diese Orgel im Jahr 1907 durch eine pneumatische Orgel von Schäfer, Kirchheim, mit fünf Klangregistern ersetzt.

(Das Wort Pneumatik von altgriechisch pneuma „Hauch, Wind“ bezeichnet den Einsatz von Druckluft in Wissenschaft und Technik zur Verrichtung mechanischer Arbeit. Diese Orgel fand Platz auf der Empore. Eine weitere neue Orgel wurde am 03.11.1996 auf der Empore der Kirche Engeltal eingeweiht. Es handelt sich dabei um eine mechanische, zweimanualige Orgel mit zwölf Registern. Die Orgel enthält 678 Pfeifen, von ihnen sind 570 aus verschiedenen Metall-Legierungen aus Zinn und Blei gefertigt und 108 Pfeifen aus Holz. Jede Pfeife ist ein Unikat und wurde speziell für diese Kirche geschaffen. Die größte Pfeife, das tiefe C von Subbass 16´, hat eine klingende Länge von 2,42 Metern, die kleinste, das dreigestrichene f von Terz 1 1/3´, misst eine Körperlänge von nur wenigen Millimetern.

Als Besonderheit dieser Orgel sind sogenannte ‚Wechselregister’ zu nennen. Absicht dieser Anlage ist es, mit einer relativ geringen Registeranzahl noch vielfältigere musikalische Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen und die Disposition der Orgel geschlossener anzulegen.

Erbauer war die Werkstätte für Orgelbau Mühleisen GmbH in Leonberg.

 

 

Unsere Glocken

Vor dem Krieg hatte unsere Kirche zwei Glocken. Eine davon musste abgeliefert werden. 1950 konnte der damalige Pfarrer Harzer die 325 kg wiegende „große Glocke“ nach feierlicher Einholung weihen. Zehn Jahre später wurde die mittlere Glocke umgegossen und dadurch das Geläute in „rhythmische Ordnung“ gebracht.

1961 konnte die dritte Glocke geweiht werden.

Heute ermahnen drei Glocken die Gemeindeglieder zu Feier und Besinnung in allen Wechselfällen des Lebens von „der Wiege bis zur Bahre“.

Inschriften der drei Glocken:

  1. „O, LAND, LAND, LAND! HÖRE DES HERRN WORT!“ Weihe unter Pfarrer Harzer und Bürgermeister Kalmbach im Jahr 1950. Grundton: h.
  2. „DEIN REICH KOMME!“ Weihe unter Pfarrer Luserke und Bürgermeister Hofer im Jahr 1960. Grundton: cis.
  3. „ZUM EHRENDEN ANDENKEN AN UNSERE IM WELTKRIEG GEFALLENEN UND VERMISSTEN!“ Weihe unter Pfarrer Luserke und Bürgermeister Hofer im Jahr 1961. Grundton: dis.

 

Glocken – Symbol für Heimat und tiefer Sehnsucht der Menschen nach Frieden.

Die Christenheit lässt durch den Stundenschlag und das Geläute der Glocken nicht nur sich selbst an ihre Pflicht zum Lob Gottes erinnern, sondern macht daraus auch ein öffentliches Bekenntnis zum Evangelium.


Bei Tagesanbruch, meistens um 6 Uhr, findet in der Regel das Morgenläuten statt. Um 11 Uhr ruft die Glocke wieder zum Gebet. Um 15 Uhr im Sommer und um 16 Uhr im Winter, erinnert das Geläut an Jesu Leiden und Sterben.


Das Abendläuten richtet sich in der Regel nach dem Einbruch der Dunkelheit.


1983 wird die Evangelische Kirchengemeinde Hallwangen eine selbständige Pfarrgemeinde unter Pfarrer Hartmut Dürrwang.


1983-1989 Ortssanierung und Dorf- und Kirchplatz-Neugestaltung, sowie eine neue Granit-Außentreppe zur Kirche.


Neu gepflanzte Kastanienbäume unterhalb der Kirche.

 

 


Sakristeianbau 1998/99

Der Anbau einer Sakristei mit gleichzeitiger Kirchen- und Außenrenovierung wurde 1998/99 verwirklicht. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, war nur ein getrennt von der Kirche zu errichtender Sakristeibau möglich. Der Verbindungstrakt beherbergt jetzt die seit langem vermissten sanitären Einrichtungen.


Die Sakristei selbst ist ein achteckiger, bis unters Dach offener Mehrzweckraum. (Oktogon: Zahl acht ist heilig). Planung durch Architekt Albert Günter, Schönmünzach.

 


Namensgebung „Evangelische Kirche Engeltal“ 1999

Anlässlich der Einweihung der neuen Sakristei im Festgottesdienst mit anschließendem Gemeindefest am 25.04.1999 der Name „Evangelische Kirche Engeltal“ gegeben. Dies erfolgte auf Antrag der Kirchengemeinde mit Begründung der geschichtlichen Vergangenheit der Kirche mit Genehmigung des Oberkirchenrates. Zu diesem festlichen Anlass führte die Mädchenjungschar ein historisches Spiel auf: „Die streitbaren Weiber von Hallwangen – die Nonnen des Klosters Engeltal – und ihre Zinspflichtigen.“

 

Ein neues Dach erhält die Kirche im Jahr 2012

Dringend erforderlich war ein neues Dach im Jahr 2012 und teilweise auch ein neues Dachgestühl.

Bei allen größeren Renovierungen der Kirche wurden Berichte in der Messingkugel unter dem Kreuz auf dem Dachreiter ergänzt.

 

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

 

Kirchenführer für die Evangelische Kirche Engeltal in Hallwangen

Erstellt von Chronistin Bärbel Kalmbach, Hallwangen, Stand: April 2015.

Verwendete Vorlagen:

Heimatbuch Hallwangen von Oberlehrer i.R. Friedrich Mutschler,

Geschichte und Bilder unserer Heimat Grüntal-Frutenhof von Oswald Heinzelmann,  Textvorlagen von Realschuloberlehrer Klaus Foucar, Schuldekan i.R. Dietrich Elsner, Pfarrer Hartmut Dürrwang, Berufsschullehrer Joachim Hirsch,

Buch: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen von Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher.