12.03.17

Liederkranz Hallwangen

Mit "Meine Zeit steht in deinen Händen" war das rund 70-minütige Konzert des Liederkranzes Hallwangen überschrieben, das die kleine Kirche Engeltal in Hallwangen mit Besuchern füllte. Zuhören, Mitsingen und der Hektik des Alltags entfliehen – das stand bei den musikalischen Darbietungen im Vordergrund.

Zu Beginn des Konzerts hatten sich die Sänger des Erwachsenenchors in mehrere Gruppen aufgeteilt, schritten durch beide Kircheneingänge Richtung Chorraum und ließen dabei in einem leicht chaotischen Stimmenwirrwarr gleich mehrere Lieder gleichzeitig erklingen. Den tatsächlichen Start bildete das titelgebende Stück "Meine Zeit steht in deinen Händen", aus der Feder von Theologe, Buchautor und Liedermacher Peter Strauch, der es 1980 als 37-Jähriger gedichtet hatte.

Pfarrer Matthias Steinhilber moderierte das Konzert, mit dem er die Gäste anspornte, zur Ruhe zu kommen und Gelassenheit zu verspüren. Die vorgetragenen Lieder in lateinischer, deutscher und englischer Sprache luden nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitsingen ein.

Nach "Sanctus" stand mit "I sing holy" ein zweites Anbetungslied auf dem Programm, bei dem Werner Müller mit einem Klarinetten-Solo glänzte. Das Taizé-Lied "Ubi caritas" sang der Chor mit den Konzertbesuchern mehrstimmig und in lateinischer Sprache. Bei Liedern, wie "O burden down, my Lord" durchzog Gänsehautstimmung das Kircheninnere.

Chorleiterin Ilse-Christiane Matz-van Almsick dirigierte ihren Erwachsenenchor mit ausladenden Bewegungen zu Höchstleistungen und entlockte den Sängern auch mit kleinsten Gesten feinste und fast gehauchte Töne, die sanft erklangen und für eine besondere Stimmung sorgten. Zwischen den Liedvorträgen erzählte Pfarrer Steinhilber Gleichnisse und kleine Geschichten, die zu den nächsten Gesangsstücken überleiteten. Gleich drei Soloparts übernahm die Gesamtleiterin Matz-van Almsick selbst und ohne Chor, aber in Begleitung von den Instrumentalisten Jonas Kern (Schlagzeug), Patrick Seeger (Leadgitarre) und Volker Jerger (Bassgitarre).

Faszination löste der Kanon "Magnificat" aus Taizé aus, der von den Kirchenbesuchern gemeinsam mit den Chorsängern zelebriert wurde, wobei der Chor ein weiteres Lied unterlegte und das Stück siebenstimmig und zu einem herausragenden Klangerlebnis wurde. Auch Lieder, die Halt in schwierigen Lebenslagen geben wie das Stück "Von guten Mächten wunderbar geborgen" zeigten den Chor gefühlvoll, variabel, einheitlich und stimmgewaltig zugleich.

Zum Abschluss sangen Chor und Gäste nochmals gemeinsam das titelgebende Anfangslied. Liederkranz-Vorsitzender Bernd Hiller dankte in seinen Schlussworten allen Beteiligten und auch Messner Ulrich Roller, der für die Technik verantwortlich war. Als Zugabe hatte sich der Erwachsenenchor "I sing holy" gewünscht, das auch beim zweiten Mal einen lang anhaltenden Beifall nach sich zog.