14.09.17

Die Kirchengemeinde als ein Zuhause

Übernehmen die Pfarrstellen von Wittlensweiler, Igelsberg und Hallwangen: Marie-Luise und Christoph Karle.
Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote
Quelle: Schwarzwälder Bote

Die beiden gibt’s nur im Doppelpack: Christoph und Marie-Luise Karle haben die Pfarrstellen in Hallwangen sowie Wittlensweiler und Igelsberg übernommen. Am kommenden Sonntag werden sie investiert.

Freudenstadt-Wittlensweiler/Hallwangen. Das Ehepaar ist bereits ins Pfarrhaus in Hallwangen eingezogen. Christoph Karle (34 Jahre) wird für Hallwangen zuständig sein, Marie-Luise Karle (32) für Wittlensweiler und Igelsberg.

Dass das Paar Stellen bekommen hat, die so nahe beieinander liegen, hat mit dem ländlichen Raum zu tun, glauben die beiden. In einem Ballungsgebiet wie Stuttgart wäre das wohl nicht möglich gewesen, meinen sie. Beide wollten ihre eigene Stelle, möglichst nicht zu weit auseinander, damit sie zusammen wohnen können. Es ist für beide die erste ständige Stelle.

Christoph Karle wurde in Freiburg geboren, wuchs aber bei Besigheim in der Nähe von Heilbronn auf. Zur Theologie kam er bei einem Austausch in die USA. Dort lebte er bei einer baptistischen Familie und erkannte, "evangelisch ist nicht gleich evangelisch", wie er es ausdrückt. Er begann, sich für Theologie zu interessieren, das Fach studierte er nach dem Abi dann auch in Tübingen. Sein Vikariat absolvierte er in Öhringen in Hohenlohe.

Marie-Luise Karle, die aus der Gegend von Rottweil stammt, fand den Weg in die kirchliche Jugendarbeit mit ihrer Konfirmation. Schon bald stand fest, dass das ihr Beruf sein soll. Auch sie studierte in Tübingen und Heidelberg. Ihr Vikariat leistete sie in Asperg ab, zuletzt war sie bei Ostfildern tätig.

Schon in Tübingen lernte sich das Ehepaar kennen. Aber erst, als beide im Vikariat waren, wurden sie auch ein Paar. Die beiden heirateten standesamtlich im Januar, die kirchliche Trauung folgte im Sommer.

Sie wolle zunächst die Menschen in ihren Gemeinden kennenlernen, sagte Marie-Luise Karle. Sie wolle erfahren, was sie interessiere. Dabei habe sie zwei unterschiedliche Gemeinde zu betreuen. In Igelsberg hätten die Menschen einen starken Bezug zu ihrem Ort.

Erst mal ist Kennenlernen angesagt

Das sei in Wittlensweiler etwas anders. Die Menschen kämen leichter nach Freudenstadt, viele seien auch von dort in den Ort gezogen. "Die Kirchengemeinde soll ein Ort sein, an dem sich die Menschen zuhause fühlen, wo man sich begegnet, sich kennt und füreinander einsteht", sagt Marie-Luise Karle über ihre Pläne für ihre Arbeit in Igelsberg und Wittlensweiler.

Auch bei Christoph Karle steht das Kennenlernen der Menschen in Hallwangen an erster Stelle. Ihn beschäftigt die Frage, wie der Mensch leben soll und kann, damit am Ende ein freundliches Miteinander entsteht. Man könne nicht mehr in der Form in einer Kirchengemeinde leben, wie es zu früheren Zeiten üblich war. Früher seien Jugendliche etwa in der Jungschar, in der Feuerwehr oder im Fußballverein gewesen, heute sei die Differenzierung bei der Freizeit und auch anderen Belangen viel größer. Die Frage sei nun, wie man damit umgehe. Marie-Luise Karle wird am Sonntag, 17. September, bei einem Gottesdienst ab 10 Uhr in der St.-Gallus-Kirche in Wittlensweiler investiert, Christoph Karle am selben Tag bei einem Festgottesdienst ab 15 Uhr in der evangelischen Kirche in Hallwangen. Anschließend gibt es einen Festakt in der Turnhalle.